Finished: The Jan Sweater

An dem Tag vor unserem Abflug in die Urlaubswoche habe ich den letzten Ärmel noch fertiggestrickt und beide Ärmel abends auf die gleichen Dimensionen gespannt – aber das Zusammennähen zog sich dann doch und ich hatte im Urlaub mehr Lust auf Stricken, so dass mein neuer Jan Sweater aus dem Buch von Susan Crawford erst seit unserer Rückkehr am letzten Wochenende wirklich den letzten Schliff bekommen hat. Und nun beim Tragen merke ich erst, wie großartig das Garn wirklich ist. Also Stricken ließ es sich ja schon wie Butter, aber getragen ist es ebenfalls ein Traum! Weich, glatt, wärmend, griffig und einen tollen Fall hat es durch die Seide. Das ist zwar bei genau diesem Pulli sein Handicap, weil er nicht genug Stand hat, um genau so zu sitzen, wie eigentlich vorgesehen, aber mir macht das nichts aus und er sieht trotzdem wunderbar aus.

Das Yak fingering Garn ist im Grunde natur pur – 60 % Merino, 20 % Seide und 20 % Yak, in meinem Fall die ungefärbte Schönheit der Natur. Ein schönes, leicht glänzendes Grau. Drei Stränge hatte ich aus dem Adventskalender von welthase zur Verfügung und bin damit sehr knapp ausgekommen, weil ich die Ärmel wenigstens bis kurz über die Ellbogen machen wollte. Das war eine ziemlich knappe Nummer und ich musste den ersten Ärmel auch nochmal zum Teil ribbeln, damit ich nochmal ein paar Meter Garn habe, um den zweiten Ärmel auf die gleiche Länge zu bekommen. 😀 Und zusammengenäht habe ich auch mit einem anderen Wollfaden in fast der gleichen Farbe. Den sieht man ja aber nicht. Die Lauflänge von 366 Metern ist eben doch merklich kürzer als die 400 Meter, die man sonst in dieser Qualität gewohnt ist. Sitzt und passt aber alles super.

Ich habe mich auch komplett an die Anleitung gehalten, nur am Rücken habe ich einige verkürzte Reihen eingearbeitet, weil ich den Ausschnitt hinten etwas höher haben wollte als vorne, damit er nicht so eng am Hals sitzt wie bei dem Modell. Darüber hätte ich mir aber im Nachhinein aufgrund der Garnwahl keine Gedanken machen müssen, denn mein Ausschnitt fiel sowieso sehr weit auseinander und obwohl ich an den Seiten noch jeweils ein Stück zugenäht habe, damit man Träger nicht so sieht, fällt er immer noch weiter als beim Modell. Da wurde das gute Stück auch aus Baumwolle gestrickt, die ja deutlich mehr Stand hat, als Merino-Garne mit Seidenanteil.

Ich bin mit meinem neuen Pulli auf jeden Fall mehr als zufrieden und hatte ihn auch schon mehrfach an, weil er gerade jetzt im Spätsommer genau richtig ist – nicht zu warm und nicht zu kalt.

Recap: Wollfest Hamburg 2016

wollfest_1Am ersten Septemberwochenende fand nach 2014 zum zweiten Mal das Hamburger Wollfest statt. Beim ersten Mal noch im Audimax angesiedelt, wurden diesmal die Räumlichkeiten der Musikschule am Mittelweg gekapert. Im Gegensatz zu 2014 hatte ich diesmal das Gefühl, dass die Aussteller an sich gefühlt mehr Platz hatten und es war natürlich angenehmer, dass sich alles auf mehrere Räume verteilt hat und man durch die kurzen Wege auch mal das Gefühl hatte, vom Getümmel pausieren zu können. Ich war auch diesmal nur am Samstag vor Ort und das ist erfahrungsgemäß der vollste Tag. Wer mich kennt, weiß, dass ich so ein Getümmel und Gedrängel nur begrenzt vertrage, deshalb war ich gefühlt nach ner Stunde auch schon durch und habe den Rest der Zeit mit Klönen und Stricken in der „Lounge“ a.k.a. Stuhlansammlung im Foyer verbracht. Zum Glück hatte ich mir vorher eine Liste gemacht, welche Aussteller mich überhaupt interessieren und bin dort auch als erstes hin. Zum echten Bummeln war es mir persönlich einfach zu voll – beim nächsten Mal würde ich dann wohl eher ein Wochenendticket nehmen und den Sonntag genau dafür nochmal nutzen. Ich hätte mir auch im Nachhinein sehr gerne noch eine neonfarbene Projektbag bei walkcollection geholt, aber dazu komme ich ja vielleicht online nochmal.

wollfest_2

Schön war, dass ich im Gegensatz zu 2014 diesmal mit Freunden dort war und man sich deshalb austauschen und gemeinsam durchwühlen konnte – und das ich diverse Mitglieder meiner Facebook-Strickgruppe, die mich seit insgesamt (ich musste es selber erstmal nachprüfen) 4 Jahren (!) virtuell begleitet, endlich mal persönlich getroffen habe! Unter anderem die unglaublich nette Corinna, die auch selber Stricksachen designt, mit der ich mich ziemlich lange unterhalten und ausgetauscht habe. Da bin ich dann auch abends nochmal spontan mit zum Gruppen-Treffen gegangen. Reserviert waren vier Tische im Hofbräuhaus, aber nach einer Stunde Extrem-Beschallung sind wir zwecks Unterhaltung und für mehr Raum zum Stricken rüber ins Hotelfoyer vom Alsterhof und haben dort noch gesessen und geschnackt. Isabell Krämer, bei der ich diesen Sommer einen Workshop im mylys besucht hatte, habe ich auch kurz getroffen und kurz erzählt. Also diese ganzen persönlichen und unglaublich netten Begegnungen beim Wollfest waren mein persönliches Highlight.

Und ich bin auf mein neues Lace-Tuch angesprochen worden, welches ich selbstverständlich getragen habe; darüber habe ich mich natürlich auch sehr gefreut und ich wurde in ihrem tollen Blog erwähnt! 🙂 Die Anleitung kommt auch bis Ende September endlich raus.

Aber natürlich habe ich auch eingekauft, wie soll es auch anders sein. 😉 Beim Atelierverkauf von Miriam a.k.a. welthase hatte ich Freitag nachmittag zwei gesprenkelte Stränge in Yak fingering mitgenommen und auf dem Wollfest selber habe ich mir BFL Sockenwolle für die Tunika Clam von Ankestrick bei Frida Fuchs geholt – das wunderschöne, wie flüssiges Gold glänzende Schickimicki musste leider erst einmal liegenbleiben 😉 – sowie zwei Merino Singles als Kombi-Stränge von Frida Fuchs (Rosenquarz) und Tieke (Winterhimmel) für ein Briochetuch, die ich gemeinsam mit zwei Sprenkelsträngen, die ich bereits habe, verstricken möchte. Irgendein Trend-Piece brauche ich ja schließlich auch mal, neben den ganzen zeitlosen Klassikern. 😀 *räusper Und neue Nadeln, die mir eine gute Freundin ans Herz gelegt hat sowie Nadelstopper mussten auch noch mit.

Ich freu mich schon auf das nächste Woll- und Strick-Event! Dann mach ich vielleicht auch mal wieder einen oder zwei Workshops mit. Ein Traum wäre ja das Edinburgh-Yarn Festival in Schottland. Irgendwann fahr ich da mal hin. 🙂